Designermöbel aus Sachsen: Ausgefallen, hip, „zeitgereift“

Verfasst von bz am 24. November 2010 - 12:17 24. November 2010

zeitgereift“: Das ist die erste Designerlinie von Götz Prinzler und Knut Wodarzyk, die in Elbflorenz alte Schlitten, Snowboards oder Werkbänke zu Designermöbeln umarbeiten. Eine tolle Geschäftsidee, urteilten bereits einige Laden-Inhaber in Dresden, die schrägen Möbel sind ein absoluter Hingucker beispielsweise im Schaufenster. Fürs erste dürften die beiden studierenden Ingenieure Prinzler und Wodarrzyk mit dieser Art Möbel-Show-Room wohl zufrieden sein, denn über ein eigenes Atelier verfügen die beiden Nachwuchsdesigner noch nicht. Claudia Riedel-Göpfert jedenfalls freute sich, sinnigerweise im Brillengeschäft „Schaulust“, über die Aufmerksamkeit der Passanten, als gleich mehrere zum Designermöbel umfunktionierte Stücke beim Schaufensterbummel Vorübergehende entzückt.

Wer allerdings meint, nun seinen alten Schlitten in der angemieteten Werkstadt der beiden Tüftler aus Sachsen loszuwerden, irrt, denn das Designer-Duo verarbeitet (fast) nur historische Gegenstände beziehungsweise Sportgeräte. Den kreativen Part übernimmt dabei Götz Prinzler und entwirft die bizarren Möbelstücke am Computer. Knut Wodarzyk als Marketing-Chef kümmert sich um die Präsentation der aus alten Gegenständen, in Kombination mit modernen Materialien aus Kunststoffen und Metall entstandenen Designer-Möbelstücke: „Wir ziehen die sogenannte Guerilla-Vermarktung vor“, so Wodarzyk. Dass die beiden Jungdesigner dabei nicht allein auf bis heute zugkräftig gebliebene Mund-zu-Mund-Propaganda setzen, zeigen sie mit ihrem neuen Katalog, in dem die ungewöhnlich designen Möbelstücke zu sehen sind.

Gerade weil es eventuell schwer vorstellbar ist, wie eine Sitzbank auf Kufen, ein Schlitten-Bettgestell aussehen oder welches Flair eine einstige Werkbank versprüht, die nun zum Geschirrspülen dient, war es wohl an der Zeit für einen Möbelkatalog. Um als Geheimtipp am diffizilen Möbelmarkt den Durchbruch zu schaffen, wollen sich die Designer in der oberen Klasse ansiedeln: „Wir haben höchste Ansprüche an die Qualität“, meint denn auch Kreativ-Kopf Prinzler. Der aus einem Schlitten entstandene Couchtisch ist für einige hundert Euro, die komplette Küchenzeile beispielsweise für rund 10.000 Euro zu haben. Das aus Snowboards entstehende „Sofaboard“ reiht sich nicht in „zeitgereift“ ein, sondern wird als zweite Designerlinie erweitert.

Bild: "zeitgereift"