Kilian Schindlers Charles Wire Chair

Verfasst von bz am 16. September 2010 - 9:37 16. September 2010

Langeweile, nichts stört ihn mehr! Kilian Schindler (29) aus Kappelrodeck (Schwarzwald) hat es sich zur Aufgabe gemacht, Dinge des Alltags neu zu interpretieren und Althergebrachtes zu hinterfragen. Man könnte ihn schlicht Produktdesigner nennen, nur wird ihm das gerecht? Bereits zweimal wurde er nach dem Abschluss des Diplomdesigners an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe für den Designpreis Deutschland nominiert. Das auch nicht ohne Grund, denn seine Arbeiten sind in Ausstellungen und Galerien in Mailand, Paris und New York zu sehen.

Grundsätzlich beschäftigt sich Kilian Schindler mit Konsumgütern, Möbeln, Modeaccessoires und Messen, aber auch mit Projekten für internationale Galerien und Ausstellungen. Bereits sein Abitur schloss er mit der Verleihung des Toni-Merz-Preises ab. Langeweile kam bei ihm nicht auf, so absolvierte er ein Praktikum bei Bonnemazou/Cambus in Paris und arbeitete bereits für Rosenthal und die Schönbuch Cellection Möbelmarketing. Mit der Galeristin Rossana Orlandi arbeitet er auf einer vertrauten Basis zusammen.

Mit der Design Deutschland war er bei einer Ausstellung in New York vertreten, sein von ihm entworfener Porzellanschmuck wird international verkauft. Selbst die Agentur für Arbeit wählte ihn als Berufsbeispiel im Bereich Produktdesign in ihren BIZ Informationsmappen. Rückmeldungen der internationalen Fachpresse sicherte er sich mit seinem Projekt "Charles Wire Chair". Er entdeckte die typischen deutschen Idylle entstammende Langeweile als billige Massenware, die auf der ganzen Welt zu finden sei, und erfand sie schlichtweg neu. Ohne dabei die bekannten Formen zu vergessen. Er schaffte ein Designobjekt aus gebogenem Metall und eleganter Formgebung.

Schindler sieht sich als Einzelkämpfer mit einer eigenen Sicht der Dinge. Er möchte funktionelle Dinge schaffen. Bedingt durch das gesamte Entwicklungskonzept seiner Arbeiten sowie seinem strategischen und konzeptionellen Denken gelingt es ihm, den Objekten ästhetisch gerecht zu werden. Ob sich jedoch jeder einen "Charles Wire Chair" in seinen Garten stellen kann, ist wohl eben auch eine monetäre Frage.

Kilian Schindler - Wire Chair

Bild: Kilian Schindler - Wire Chair