Sag mir wie du wohnst und ich sag dir wer du bist

Verfasst von bz am 5. July 2010 - 13:10 05. July 2010

Lernt man neue Menschen kennen, kommt es früher oder später dazu, bei ihnen eingeladen zu werden - oder diese einzuladen. Was erwartet einen in der anderen Wohnung? Trifft der Geschmack den eigenen? Und was sagt die Wohnungseinrichtung über den Menschen, der darin lebt, aus? Die Einrichtung lässt in der Tat tiefe Rückschlüsse auf die Persönlichkeit seines Besitzers zu. Farben, Formen, Materialien - all das wird für gewöhnlich bewusst ausgewählt und auch hier gilt: Der erste Eindruck zählt.

Als typisch männlich wird etwa eine minimalistische Einrichtung angesehen: Viel Metall und Leder verteilen sich auf einer großen Fläche. Wenn dann noch viel Technik hinzu kommt - die Stereoanlage, der Flatscreen oder diverse Spielkonsolen inklusive Zubehör - könnte dem Besucher der Verdacht kommen, diese Person hat es auf Statussymbole abgesehen. Außerdem könnte im Kopf des Bewohners dieser Wohnung das alte Rollenbild manifestiert sein - von Machogehabe zu reden, wäre aber zu viel.

Klar, dass auch Frauen diversen Klischees nachhängen: Kitsch, Plüsch und Rosa sind in sehr wenigen "männlichen" Wohnungen zu finden.Die Prinzessinnen-Phase geht bei jeder Frau aber irgendwann vorbei - dann wird sie für gewöhnlich durch Wohnen auf Schwedisch ersetzt. Helles, wenn nicht sogar weiß lackiertes Holz dürfte dominieren und auch der sogenannte Shabby-Schick gefällt. Mit floralen Mustern und Pastellfarben rundet Frau für gewöhnlich ihre Einrichtung ab. Welcher Eindruck bleibt beim anderen Geschlecht hängen? In dem Fall der, dass die Lady ganz gerne beschützt werden will und einen "starken" Begleiter an ihrer Seite braucht.

Nun ja, ein solches Schubladen-Denken bringt vielleicht keine wahren Erkenntnisse - auch ein männlicher Technik-Freak kann ganz gut wissen, dass auch Männer im Haushalt mitarbeiten dürfen. Andersherum kann sich eine Frau, bei der die Flurwand in Rosa gehalten ist, durchaus auch für schwere Autos und Technik interessieren. Dennoch: So ein bisschen lässt sich von der Wohnungseinrichtung schon auf den Typen Mensch schließen, der darin lebt.

Bei der Einrichtung soll es doch letzten Endes um eines gehen: Wohlfühlen soll sich derjenige, der darin lebt. Deshalb ist es generell ratsam, eher etwas Persönlichkeit mit einziehen zu lassen als das Hauptaugenmerk nur auf edle Designerstücke zu legen. Diese sind zwar auch Ausdruck der Persönlichkeit, wenn allerdings nur nach Trends gegangen wird, wird der Bewohner nicht lange glücklich leben. Wer matte Farben und schlichte Möbel mag, muss noch lange nicht langweilig sein - mit einigen andersfarbigen Accessoires oder kleinen Stilbrüchen in Form und Material lässt sich schon einiges aufpeppen. So werden charakteristische Effekte erzielt.

Um die Einrichtung auf die eigene Wohnung abzustimmen, helfen verschiedene und größtenteils kostenfreie Tools, etwa eine Planungssoftware. Diese bieten diverse Einrichtungshäuser kostenfrei online an. Ein solches Tool stellt die eigenen vier Wände in 3D-Ansicht dar und man kann einige Einrichtungsvarianten ausprobieren, bis der Stil gefunden wird, der den ersten Eindruck eines bisher fremden Besuchers so wandelt, dass dieser passend ist.

Rainer Sturm / pixelio.de

Bild: Rainer Sturm / pixelio.de