Umzugstipps: Gut geplant ist halb umgezogen

Verfasst von bz am 28. August 2010 - 14:32 28. August 2010

Ein Umzug steht an - damit auch viel Stress und Hektik. Es gibt doch so einiges zu bedenken - und die folgenden Tipps haben wir aus der Praxis für die Praxis genommen, um Umzüge so leicht wie möglich zu gestalten. Tipp Nummer Eins: Nie zu früh beginnen. Und zwar auch nicht mit den Sachen, bei denen man sich sagt, man bräuchte es nicht unbedingt - zu frühes Packen sorgt letztendlich dafür, dass man die Kisten wieder aufreißen und von vorn packen darf - und zwar auch dann, wenn es sich um Gegenstände handelt, die man das letzte Jahr nicht einmal benötigt hat. Heißt: Umzugskisten wirklich erst dann packen, wenn es auch losgeht.

Wo wir auch schon beim nächsten Tipp wären: Rechtzeitig ausmisten! Denn wer in letzter Minute packt, wie gerade empfohlen, nimmt letztendlich mehr mit als nötig. Deshalb sollte der Haushalt rechtzeitig, sprich: So zirka drei Monate vor dem Umzug, ausgemistet werden. Und dabei darf man ruhig mal hart zu sich selbst sein: Alles, was an Kleidung etwa das letzte Jahr nicht mehr getragen wurde, wird demnächst auch nicht mehr getragen. Schrank auf, Kiste davor und ausmisten, was das Zeug hält! So sind vielleicht noch Kindersachen über, aus denen die lieben Kleinen längst rausgewachsen sind - wozu? Also weg damit! Und auch mit dem fusselnden Badvorleger, den man schon lange austauschen wollte, mit dem eingelaufenen Shirt - auch wenn es noch so schön ist - und mit dem angeschlagenen Teller, auch wenn er aus Großmutters Zeiten stammt - wirklich praktisch ist er nicht mehr, überlebt den Umzug vielleicht eh nicht, also weg damit.

Auch wichtig für den stressfreien Umzug: Kartons besorgen! Die kosten im Baumarkt mittlerweile 2,99 Euro und mehr - pro Stück! Geht auch günstiger, wenn man vorher dran denkt. Ebenfalls drei bis vier Monate vor dem Umzug sollte die Wohnung schon ganz gut mit Kartons ausgestattet sein - und verlassen Sie sich nicht auf Aussagen von Freunden á la "Ich hab noch genug Kartons". Jeder weiß, dass diese nicht ausreichen werden und dann die teuren Kartons gekauft werden müssen. Übrigens: Wer vorher ausmistet, braucht weniger Kartons ...

Einer der wichtigsten Umzugstipps überhaupt: Mindestens doppelt so viele Menschen fragen, ob sie helfen, als eigentlich nötig ist. Sätze wie "Klar helf ich dir beim Umziehen!" lassen immer wieder die Hoffnung aufkeimen, man habe genug Hilfe - aber so wird es nicht kommen. Jeder, der häufiger umgezogen ist, weiß: Diese Freunde und Bekannten haben ausgerechnet zum Umzugstermin genug andere Sachen zu tun und bevor man letztlich zu zweit oder dritt schleppen muss, lohnt es sich, von vornherein mehr Leute zu fragen. So finden sich auch mehr, die dann mit anpacken. Und auch hier gilt: Nicht zu früh Bescheid geben, aber auch nicht zu kurzfristig. Idealerweise klopft man drei Monate vor dem Umzug die grundsätzliche Hilfsbereitschaft der Bekannten ab und erinnert sie einmal in den kommenden Monaten noch mal daran, um kurz vor knapp erneut Bescheid zu sagen. So wird man rechtzeitig wissen, wer letztendlich wirklich mithilft.

Die Ausgaben für professionelle Helfer sollte man ruhig stemmen, auch wenn private Helfer dabei sind. So sind schwere Schränke, Elektrogeräte usw. von einer Versicherung vor Schäden geschützt, wenn man sich professioneller Hilfe bedient. Nicht zu verachten ist der folgende Tipp: Unbedingt auf die Willkür des Vermieters achten! Auch wenn der Vermieter bisher noch so nett war: Nichts geht ohne Übergabeprotokoll. Notfalls hilft eine rechtzeitige Mitgliedschaft beim Mieterbund - diese treten für die Rechte der Mieter ein. Und auch ein gesundes Misstrauen gegenüber Maklern sollte man entwickeln: Verständlicherweise ist deren Hintergedanke, die Wohnung loszuwerden, und so werden hohe Nebenkosten mit einer billigen Kaltmiete schön geredet, die laute Straße vor der Türe nennt man "gute Verkehrsverbindung" und ein "kleines Nest" wird schnell zur dunklen, kleinen Wohnung.

Wer schon mal umgezogen ist und dabei einen neuen Telefon- / Internetanschluss gebraucht hat, wird wissen, was ihm blüht: Man sollte erst gar nicht davon ausgehen, dass der Telefonanschluss montags funktioniert, wenn am Wochenende umgezogen wurde. Die Techniker geben in der Regel Zeiten zwischen 8 und 16 Uhr an - währenddessen wird der Anschluss freigeschaltet. Damit sollte am ersten Tag nach dem Umzug dringend rechtzeitig Urlaub beantragt werden. Der sollte vielleicht gleich auf zwei Tage erweitert werden - es heißt nicht, dass alles sofort funktioniert, wenn auf dem Bescheid steht, dass montags freigeschaltet wird! Und nun noch eine kleine zeitliche Checkliste für den Umzug:

  • Zwei Wochen vorher: Den letzten Kram entrümpeln. Außerdem anfangen mit Packen und Kartons beschriften nicht vergessen. Alles, was noch in der Tiefkühltruhe lagert, wegessen und diese abtauen.
  • Eine Woche vorher: Möbel abbauen, Teile mit Bleistift beschriften und Schrauben in kleinen Tütchen sammeln, um sie direkt am jeweiligen Teil zu befestigen. Böden schützen, um sie beim Auszug nicht zu beschädigen. Müllbeutel und Reinigungsmittel in Hülle und Fülle besorgen. Möbelstellpläne für die neue Wohnung an Familie und Helfer verteilen. Werkzeugkiste packen.
  • Einen Tag vorher: Verpflegung für Helfer einkaufen. Letzte Dinge einpacken. Kleidung für den Umzug rauslegen. Pflanzen verpacken, Verbandskasten mit Pflastern ganz oben rauspacken, Werkzeugkiste bereitstellen, letzte Fußböden abdecken und Umzugswagen abholen.
  • Am Umzugstag: Zählerstände von Wasser, Strom, Gas und Fernwärme ablesen. Snacks für Helfer vorbereiten. Helfer einweisen und dabei auf Zerbrechliches hinweisen. 
  • Neue Wohnung: Binnen einer Woche beim Einwohnermeldeamt anmelden. Einweihungsparty planen und vor allem: Großes Dankesessen für die Helfer organisieren.

flickr.com / xxcrew

Bild: flickr.com / xxcrew