WPC: Neuer ökologischer Verbundwerkstoff für Möbel

Verfasst von bz am 12. October 2010 - 11:06 12. October 2010

Immer mehr Menschen gestalten ihr Leben in einem ökologisch angehauchten Lifestyle: Ob Lebensmittel, Kleidung, Kosmetika oder Benzin - mittlerweile ist nahezu jedes im Handel erhältliche Produkt auch mit dem Prädikat "Öko" oder "Bio" erhältlich. Da ist es nicht verwunderlich, dass jetzt auch die Möbelindustrie nachzieht. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) hat nun einen neuen ökologischen Verbundwerkstoff vorgestellt: Die "Wood Plastic Composites" (WPC).

Bei dem neuen Werkstoff für Möbel handelt es sich um eine Mischung aus Plastik und Holz, einem Holz-Polymer-Werkstoff. Das Material setzt sich zu 60 bis 85 Prozent aus Holzmehl und zu 15 bis 40 Prozent aus Kunststoff zusammen. Einige Hersteller verwenden anstelle von Kunststoff auch biologische Ersatzkunststoffe auf Basis von holzeigenem Lignin. WPC hat gegenüber Vollholz den Vorteil, in einer viel variableren Formenvielfalt hergestellt werden zu können. Außerdem ist das Material witterungsbeständiger und unbegrenzt produzierbar. Der ökologische Vorteil von WPC ist dessen Möglichkeit, die Abholzung von Tropenholz zu vermeiden und dadurch den Anteil von Holz zu erhöhen, der nachhaltig produziert wurde.

Laut DBU seien bereits erste Terrrassendielen und Möbel aus dem Ökowerkstoff im Handel. Dabei sind Terrassendielen momentan die am meisten produzierten Produkte aus WPC. Um die Nutzung des Baustoffs auszuweiten und zu etablieren, wird derzeit am Fraunhofer Institut für Holzforschung eine Ökobilanz des Werkstoffs erstellt. Auch an der RWTH Aachen wurde schon mit WPC experimentiert: Studenten der Fachrichtung Holztechnik haben den Hartogh-Stuhl neu interpretiert und in dier Arbeit an dem Bauhaus-Klassiker die Materialeigenschaften von WPC getestet.

flickr.com / Antonia Halse

Bild: flickr.com / Antonia Halse